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Das Beste kommt zum Schluss - Audi Performance Days
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Das Beste kommt zum Schluss - Audi Performance Days

Kurz vor Schluss gibt Audi Sport alles. Mit drei ebenso exklusiven wie extremen Sondermodellen feiert die Sportabteilung der Ingolstädter noch einmal die Hochkultur der Verbrenner.

SP-X/Sevilla Es ist fast so, als hätte man Tickets für eine letzte Show der großen Entertainer ergattert. Audi Sport bittet zu den Performance Days auf dem Circuito Monteblanco im südlichen Spanien. Es gibt Live und in Farbe vom Aussterben bedrohte Dinos in freier Wildbahn zu bestaunen. Im Spätherbst ihrer Karriere drehen die Verbrenner noch mal auf. Heute herrscht absolute Stromsperre - auch wenn Audi Sport keinen Zentimeter von seinem Ziel abrückt, bis Ende des Jahrzehnts sein komplettes Portfolio sukzessive zu elektrifizieren. Zeit genug, um die letzten ihrer Art zu feiern.

Zum Beispiel den TT. Sein Todesurteil ist längst gefallen. Das ikonische Sport-Coupé muss 2023 seine aktive Karriere nach 25 Jahren und über 650.000 verkauften Exemplaren beenden. Audi braucht Geld und Kapazitäten für seine E-Strategie. Quasi als Auszeichnung fürs Lebenswerk bringt Audi Sport noch ein ultimatives Sondermodell. Es heißt - wie könnte es anders sein - iconic edition und ist europaweit auf 100 Stück limitiert. Ein Herzschlagfinale für Fans wird es nicht geben. Obwohl sich die 113.050 Euro nicht gerade nach einem Abschiedsgeschenk anfühlen, waren alle Exemplare innerhalb von 24 Stunden weg. Ohnehin durfte sich nur bewerben, wer bereits nachweisbar im Besitz eines RS war.

Nicht ärgern! Das ganz große Kribbeln etwas verpasst zu haben, hält sich in Grenzen. Technisch bleibt (fast) alles wie gehabt. Und die Optik des Last-Order-TTs mit seinem expressiven Aerokit hätte man sich - ganz ähnlich - bereits vorher online zusammenstellen können. Basierend auf dem TT RS sind es Farb- und Ausstattungsdetails, die das Editionsmodell zum begehrten Sammlerstück machen. Wie die schwarzglänzenden 20-Zoll-Räder mit schwarz lackierten Bremssätteln, die gelben Akzente und Bestickungen an Sportsitzen, Lenkrad und Matten, oder die durchnummerierten Plaketten am Armaturenbrett.

Wehmut fährt natürlich trotzdem mit. Denn emotional schmerzt der Abschied richtig. Der TT RS ist einer der letzten echten Charakterköpfe. Ja, andere drehen stabiler ihre Runden um den Ring, trotz Allrad und aller modernen Fahrhilfen. Aber kaum einer hat mehr zu erzählen, während man die Ideallinie auslotet. Innen ist der TT so herrlich gestrig. Unmodern trifft es wohl. Mit zeitloser Patina und irgendwie nackig in der Cockpit-Mitte. Ein zentrales Display hatte das schöne Rundstück ja nie. Sein legendärer Fünfzylinder-Turbo verdient ohnehin das ewige Verbrenner-Leben. Wir lieben ihn seit den Tagen von Walter Röhrl. Seine von Zylinderzahl und Zündfolge komponierte Melodie sorgt noch immer für Gänsehautmomente. Dass der Turbo nicht das spontanste Raubtier im Revier ist, wissen wir. Aber wenn er erst seine 294 kW/400 PS und 480 Newtonmeter Drehmoment in Habacht-Stellung bringt - heidewitzka - dann fegt es heißkalt durch den Jurassic Park der legendärsten Verbrenner.

Ein Ehrenplatz in den ewigen Jagd-Gründen ist auch Audis Sauger-Legende sicher, dem famosen 5,2 Liter-V10. Am besten verpackt in einem R8. Beide gehen nun auf Abschiedstournee. Der Zehnender darf vielleicht noch im Lamborghini Hurrácan ein paar Tage mitspielen. Für den R8 - der bei den Bestellungen gerade einen zweiten Frühling erlebt - dürfte spätestens 2024 finito sein. Zum Finale läuft das grandiose Doppel jetzt noch einmal gemeinsam zur Höchstform auf. Weltweit auf 333 Stück limitiert, rollt ab Jahresbeginn das Sondermodell R8 V10 GT RWD an den Start. 89 Stück der mindestens 225.000 Euro teuren, streng nummerierten Renntiere waren für Deutschland reserviert. Nach knapp sechs Stunden hatten alle einen Schlafplatz in einer warmen Sammler-Garage gefunden.

Die zweite Auflage des R8 GT ist mit 495 kW/620 PS das stärkste Stück, das  Audi jemals mit Heckantrieb auf die Straße gelassen hat. Ein bissiger Kettenhund, mit unstillbarem Appetit auf Querbeschleunigung. Passend dazu spendiert die Sportabteilung ein neu abgestimmtes Doppelkupplungsgetriebe, das kurz und gierig nach den sieben Gängen schnappt, sowie den neuen Fahrmodus Torque Rear, mit dem sich jeder Fahrschüler ganz easy Stück für Stück ans kontrollierte Übersteuern herantasten kann. Am Lenkrad lässt sich der Schlupf an der Hinterachse in sieben Stufen einstellen. Ein Heidenspaß. Mit ein wenig Übung macht Torque Rear aus einem den talentiertesten Drifter unter der Sonne. Zumindest wenn es darum geht, Donuts auf den Parkplatz zu radieren. Auf der schnellen Runde braucht der Sportwagen eine erfahrene Hand. So nebenbei schüttelt man keine Bestzeiten aus dem Ärmel. Der Extremist verlangt volle Aufmerksamkeit, legt sich mit jeder Kurve an und möchte sich am liebsten überall quer stellen. Bis in die kleinste Schraube ein auf Performance getrimmter Sportwagen mit Mördersound und einer Fahrwerksabstimmung, deren Empathie für Menschen mit sensiblem Magen sich in Grenzen hält.

Überhaupt präsentiert sich der R8 zwölf Jahre nach seiner Premiere in Höchstform. Extrovertiert, ja klar, aber mit einem Flügelwerk, das den Grenzbereich der Seriosität nicht gänzlich überspannt, und mit Leichtbauteilen, die das Gesamtgewicht auf verträgliche 1,57 Tonnen drücken. Zur Diät bewussten Ernährung des Sondermodells zählen unter anderem exklusive 20 Zoll-Leichtbauräder sowie Keramikbremsen oder schraubzwingengleiche Schalensitze, die jeden zu viel genaschten Schokoriegel direkt bestrafen.

Längst noch nicht auf Audis Abschussliste steht das dritte Sondermodell im Bunde. Dafür wäre die RS3 performance edition auch viel zu schnell. Und genau darum ging es den Machern diesmal. Man wollte die Top-Speed-Marke von 300 km/h knacken. Na klar, das gelang. Jetzt ist der Bursche der absolute Windhund unter den Kompakten. Dafür wurde die Leistung des Turbo-Fünfzylinder noch einmal angehoben. 299 kW/407 PS sind es nun, 7 PS mehr als bisher. Geschafft haben das die Techniker durch einen kleinen Dreh am Ladeluftdruck. Zudem liegt die Leistung jetzt etwas später an, das maximale Drehmoment von 500 Newtonmeter steht länger zur Verfügung. Reicht offensichtlich, um die prestigeträchtigen 300 km/h zu erreichen. Entsprechend fällt auch die Limitierung aus: 300 Stück. Sie ahnen es: auch schon alle weg. Nur falls Sie Interesse hatten: der Sportback kostete 75.000 Euro, die Limousine 2.000 Euro mehr.

Die wenigen Glücklichen bekommen eine mega ambitionierte Sturmspitze aus der RS-Talentschmiede, die per Launch Control in 3,8 Sekunden auf 100 km/h fegt. Serienmäßig spendieren sie dem Top-Dreier neben einem sportlichen Trikot Keramikbremsen, exklusive 19 Zoll-Räder und ein adaptives Sportfahrwerk. Ebenfalls neu und im Serientrimm enthalten sind die RS-Schalensitze, die einen wirklich fesseln.

Das ist auch nötig. Denn der Bursche ist eine Granate. Wenn man ihn lässt. Über den Ring fegt er mit brutalem Faustschlag und kräftigem Bass. Da gibt´s schön was auf die Ohren. Für uns Normaldrifter ist der nachgeschärfte RS3 dabei deutlich berechenbarer als das manchmal vogelwilde Profigerät R8 GT. Dafür ist unter anderem der Torque Splitter zuständig. Im Modus Torque Rear, den wir schon vom R8 GT kennen, sorgt er für weniger Untersteuern und verteilt die Antriebsmomente vollvariabel an die Hinterachse sowie zwischen den Hinterrädern. Die Kraft kann zeitweise auch komplett aufs kurvenäußere Rad gelenkt werden, was wiederum Drifts wie mit einem heckgetriebenen Modell ermöglicht. Für besonders schnelle Runden packt Audi gratis einen zweiten Sportreifensatz Semi-Slicks ins Auto. Zudem bekommt jeder Käufer weiße Rennhandschuhe, auf den Fingern die Zündreihenfolge des Fünfzylinders “1-2-4-5-3” gestickt. Passend zu einer Ausfahrt mit Hand und Fuß. Wir werden sie vermissen, die großen Entertainer.

Tomas Hirschberger/SP-X

 




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