Fahrbericht des Nissan Ariya

Beim Thema Elektroauto gehört Nissan klar zu den Pionieren der Branche. Der Leaf fährt bereits in zweiter Generation. Mit Ariya leiten die Japaner nun den nächsten Schritt ihrer E-Mobilität ein. Der Mittelklasse-Modell soll die ideale Kombination aus Crossover und Elektroantrieb bilden.

SP-X/Madrid. Der Ariya ist Nissans erstes vollelektrisches Crossover und bildet den Auftakt zu einer neuen Modellstrategie. Er steht auf einer eigens für den Elektroantrieb entwickelten Plattform. Sie nennt sich CMF-EV und entstand im Konzernverbund Nissan-Renault-Mitsubishi. Der Ariya misst in der Länge 4,60 Meter und zählt damit zur Mittelklasse. Dank der neuen EV-Plattform und einem Radstand von 2,78 Meter sind die Platzverhältnisse großzügig. Das gilt ebenso für den Fond. Der Kofferraum fasst 468 Liter, werden die Rücksitzlehnen umgeklappt sind es 1.775 Liter.

Stark in Richtung Zukunft zielt das Cockpit. Nissans Designer haben es recht minimalistisch eingekleidet und betont horizontal ausgerichtet. Zwei große Bildschirme in üblicher Anordnung dominieren das Armaturenbrett. Klassische Knöpfe und Schalter fehlen nahezu komplett.

Die Türen entriegeln sich, sobald man sich dem Auto nähert. Fahrersitz, Lenkrad, Spiegel und die verschiebbare Mittelkonsole fahren in die zuvor gespeicherte Position. Der Ariya ist voll vernetzt und immer online. Spätere Updates sind wie beim Smartphone „Over-the-Air“ (OTA) möglich. Selbst Amazon Alexa Auto fährt mit – serienmäßig. Ein „Hallo Nissan“ reicht zur Aktivierung.

Nissan bietet den Ariya mit unterschiedlichen Antrieben an. Die Einstiegsversion (ab 47.490 Euro) hat 160 kW/218 PS Leistung und eine 63 kWh große Batterie, ausreichend für eine Reichweite von 403 Kilometern. Darüber rangiert die Version mit 87 kWh Speicherkapazität und 178 kW/242 PS Leistung (ab 55.490 Euro). Reichweite: rund 520 Kilometer. Bei beiden Modellen werden die Vorderräder angetrieben. Natürlich gibt es den Ariya auch mit Allradantrieb. Der nennt sich e-4ORCE. Hier sitzt je ein E-Motor vorne und hinten. Die gemeinsame Leistung beträgt 225 kW/306 PS, die Reichweite 493 Kilometer. Die Allradvariante kostet ab 58.490 Euro.

Serienmäßig spendierten die Entwickler dem Ariya nur ein einphasiges Ladegerät. Somit sind selbst an einer öffentlichen AC-Säule nur maximal 7,4 kW Leistung übertragbar. Gegen Aufpreis von 1.000 Euro gibt es ein dreiphasiges Onboard-Ladegerät mit bis zu 22 kW AC-Wechselstrom. An Gleichstrom-Schnellladesäulen sind maximal 130 kW möglich.

Michael Specht/SP-X

Nissan Ariya – Technische Daten:

Fünftüriges, fünfsitziges Crossover-Fahrzeug, Länge: 4,60 Meter, Breite: 1,85 Meter (Breite mit Außenspiegeln: 2,17 Meter), Höhe: 1,66 Meter, Radstand: 2,78 Meter, Kofferraum: 468 (Allrad: 415) – 1.775 Liter

PSM-Elektromotor; Leistung 160 kW/218 PS, maximales Drehmoment: 300 Nm, Frontantrieb, Eingang-Getriebe, 0-100 km/h: 7,5 s, Vmax: 160 km/h, Batteriegröße netto: 63 kWh, Reichweite: 403 Kilometer, Normverbrauch: 17,6 – 18,5 kWh/100 km, CO2-Ausstoß: 0 g/km, Effizienzklasse: A+, Preis: ab 47.490 Euro

PSM-Elektromotor; Leistung 178 kW/242 PS, maximales Drehmoment: 300 Nm, Frontantrieb, Eingang-Getriebe, 0-100 km/h: 7,6 s, Vmax: 160 km/h, Batteriegröße netto: 87 kWh, Reichweite: 520 Kilometer, Normverbrauch: 18,5 kW/h, CO2-Ausstoß: 0 g/km, Effizienzklasse: A+, Preis: 55.490 Euro

E-Force 4WD: Zwei PSM-Elektromotoren; Gesamtleistung 225 kW/306 PS, maximales Drehmoment: 600 Nm, Allradantrieb, Eingang-Getriebe 0-100 km/h: 5,7 s, Vmax: 200 km/h, Batteriegröße netto: 87 kWh, Reichweite: 493 Kilometer, Normverbrauch: 19,5 kWh, CO2-Ausstoß: 0 g/km, Effizienzklasse: A+, Preis: 58.490 Euro

Nissan Ariya – Kurzcharakteristik:

Warum: Weil man auf die über zehnjährige E-Erfahrung von Nissan vertraut

Warum nicht: Weil einem das Design nicht zusagt

Was sonst: VW ID.4, Skoda Enyaq, Toyota bZ4X, Aiways U5, Hyundai Ioniq 5, Kia EV6

Wann: bestellbar


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