Gebrauchtwagen-Check des Ford S-Max (2. Generation)

Vans sind aus der Mode gekommen. Dabei sind sie praktisch und gut aussehen können sie auch, wie der Ford S-Max zeigt.

SP-X/Köln. Platz für Kind und Kegel plus Hobby-Zubehör gesucht? Über viele Jahre wählten Autofahrer mit Platzbedarf einen Van. Doch die Gattung der SUV hat den praktischen Vans längst den Rang abgelaufen. Sie gelten als bieder und langweilig. Die Hersteller reagieren und schicken ihre noch verbleibenden Fahrzeuge in Rente. So ergeht es auch dem Ford S-Max, dem Ende des Jahres das Aus droht.

Karosserie und Innenraum: Dass ein Van gar nicht altmodisch sein oder das Image von Pampersbombern erfüllen muss, zeigt der Ford S-Max, der in der zweiten Generation seit 2015 erhältlich ist. Im Vergleich zur Großraumlimousine Galaxy – mit der er sich wie auch die Limousine Mondeo – die Plattform teilt, wirkt er sportlich und auch schick. Der immerhin 4,80 Meter lange Fünftürer bietet dank seines Radstands von 2,85 Metern reichlich Platz für zumindest fünf Personen. Die optional erhältlichen Sitze sechs und sieben sind aufgrund der im Fond nicht eben üppigen Kopfraumfreiheit allerdings eher für den Nachwuchs geeignet. Die drei gleich großen Einzelsitze in Reihe 2 punkten durch ihre Variabilität. Sie lassen sich verschieben und natürlich einzeln umklappen. Die Zusatzsitze im Fond verschwinden bei Nichtbedarf im Kofferraumboden, so dass ein ebener Ladeboden entsteht.  Das Gepäckvolumen beträgt bei den fünfsitzigen Varianten zwischen 965 und 2.020 Litern. Der Siebensitzer wartet mit einem Kofferraumvolumen von 282 bis 2.020 Litern auf.
2019 hat Ford den S-Max ein Facelift spendiert. Er hat seitdem eine geänderte Frontpartie, die verschiedenen Ausstattungslinien sind nun an schwarzen (ST-Line) oder chromfarbenen (Vignale) Akzenten zu erkennen.

Motoren und Antrieb: Für den Vortrieb stehen Vierzylinder-Benziner- und Dieselaggregate zur Wahl. Ford hat zwei Ottomotoren im Angebot, einen 1,5- und 2,0-Liter-Turbo. Der leistungsstarke Zweiliter-Turbo (177 kW/240 PS) war bis zum Facelift im Juli 2018 im Angebot. Der 240 PS-Benziner bedient die Klientel, die das S in der Namensbezeichnung mit Sport übersetzen und die Ford typische sportive Fahrwerksabstimmung nutzen möchten. Aber auch der 1,5-Liter mit 118 kW/160 PS (seit 2018: 120 kW/165 PS) ist kein Langweiler, begnügt sich aber mit weniger Benzindurchfluss. Der Normverbrauch liegt zwischen 6,5 und 7,4 Litern, der Zweiliter nimmt sich fast 8 Liter. Die Kraftübertragung über ein manuelles Schaltgetriebe oder Sechsgang-Automatik (240 PS) erfolgt an die Vorderräder.

Die Auswahl an Diesel ist deutlich größer. Der Zweiliter in den Leistungsstufen 88 kW/120 PS, 110 kW/150 PS und 132 kW/180 PS beziehungsweise ab 2018 140 kW/190 PS verbraucht im Schnitt je nach Antriebsvariante (Front- oder Allradantrieb) und Getriebe (manuelles Sechsganggetriebe, Sechsgang-DSG oder Achtgang-Automatik) zwischen 5 und 6,3 Litern. Top-Aggregat war der Bi-Turbo mit 154 kW/210 PS (seit 2018: 240 PS), der im Herbst 2021 wie auch der 190 PS-Selbstzünder als letzte im Dieselangebot eingestellt wurden.

Seitdem gibt es den S-Max nur noch in einer Vollhybridvariante, die einen 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 150 PS mit einem 98 kW/133 PS starken E-Motor kombiniert. Die Systemleistung beträgt 190 PS.

Ausstattung und Sicherheit: Die Basis-Komfortversion Trend fährt mit ordentlicher Ausstattung vor. Die Varianten Titanium, ST-Line und Vignale lassen kaum Wünsche offen. Leder, LED-Scheinwerfer, Smartphone-Integration, Navigationssystem, Chrom- und Zierrat, Panorama-Glasdach, 19-Zoll-Alus und viele mehr verwandeln den Van in ein komfortables und schnittiges Gefährt. Der S-Max erzielte bei seinem Debüt eine Fünf-Sterne-Wertung beim NCAP-Crashtest, zahlreiche Assistenten gehören zum Serienumfang oder sind optional erhältlich. Seit dem Facelift hat der S-Max ein modernisiertes Infotainmentsystem mit WLAN-Hotspot an Bord. Serienmäßig ist zudem ein Kollisionswarner mit Fußgängererkennung.

Qualität: Der S-Max der zweiten Generation schlägt sich bei den TÜV-Hauptuntersuchungen (HU) recht wacker. Der je nach Spezifikation bis zu zwei Tonnen schwere S-Max zeigt im Gegensatz zu den Modellen der ersten Generation keine Auffälligkeiten an der Achsaufhängung. Allerdings bemängeln die TÜV-Prüfer häufig die Bremsscheiben. Außerdem fallen die S-Max-Modelle durch Ölverlust und Probleme mit der Beleuchtung auf.

Fazit: Wer ein praktisches Auto sucht, das gar nicht nach Praktiker aussieht, ist beim Ford S-Max richtig. Auf den Online-Gebrauchtwagenbörsen finden sich viele Angebote, allerdings oft mit hohen Kilometerständen - dann meist auch als Diesel. Ein Indiz, dass viele S-Max-Fahrzeuge auf langen Dienstfahrten genutzt wurden. Für einen Diesel muss man rund 10.000 Euro anlegen, für die wenigen Benziner geht es ab rund 15.000 Euro los.

Elfriede Munsch/SP-X

 


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