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Konsequente Schräge - Audi Q5 Sportback

Konsequente Schräge - Audi Q5 Sportback

Nach den Sportback-Varianten vom Q3 und dem vollelektrischen e-tron baut Audi sein Angebot an fünftürigen SUV-Coupés mit dem Q5 Sportback zum Trio aus.

SP-X/Ingolstadt. Alles, was schräg endet, bekommt bei Audi den Namenszusatz „Sportback“ und eine ungerade Nummer. Zunächst waren es die Limousinen von A 1, 3, 5 und 7, deren sanft abfallendes Dach für die sportliche Optik eines viertürigen Coupés sorgte. Mit dem SUV-Boom übertrugen die Designer diese Idee auch auf die ansonsten eher klobigen Trendmobile mit ihrem steilen Heck. Folgerichtig wurde die Modellpalette des gerade überarbeiten Bestsellers Q5 auch um einen „Sportback“ erweitert und folgte damit dem Q3 und dem elektrischen Q5 e-tron.

Ingolstadt im Corona-Lockdown, das schicke Audi-Forum ist geschlossen. Dort, wo sonst stolze Kunden die feierliche Abholung ihres neuen Audi mit einem Museumsbesuch, einer Werksführung oder dem Auskosten feiner Kulinarik verbinden können, herrscht Pandemie-Tristesse. Nur weit verstreut auf dem riesigen Vorplatz dürfen neue Audis kontaktlos den ordnungsgemäß maskierten Besitzer wechseln. Abstand gehalten wird auch rund um einige in Reihe geparkte Audis, die zwar bestellt, aber noch nicht gekauft werden können. Ein neues Modell im Stall der vier Ringe, der erste Q5 als Sportback, als raffinierte Kreuzung zwischen SUV und viertürigem Coupé.

Beim Rundgang um den Neuling fällt der Längenzuwachs von sieben Millimetern zum steilen Schwestermodell naturgemäß nicht ins Auge. Bis zur gedachten vertikalen Linie zwischen dem hinteren Türschloss und der Dachlinie ist alles gleich. Erst ab hier greift der Unterschied, die neue Schrägheit, die sich inklusive Heckfenster bis zur Gürtellinie des Sportbacks zieht. Die Distanz zu den Betreuern des desinfizierten Neulings erübrigt sich, wenn die Fahrertür ins Schloss gefallen ist, der Startknopf gedrückt wird und die vertraute Melodie eines dezenten Diesel-Schnurrens erklingt.

Dieser Q5 Sportback 40 TDI hat das Triebwerk unter der Haube, für das sich laut Audi wohl die meisten Käufer entscheiden werden. Der stark überarbeitete Zweiliter-Diesel mit 150 kW/204 PS hat das bei anderen Modellen des VW-Konzern schon eingesetzte neue Abgas-Reinigungssystem mit zwei Katalysatoren und macht mit doppelter Dosierung der Addblue-Flüssigkeit fast allen Stickoxiden den Garaus. Die Zukunft moderner Diesel liegt also in derart ausgeklügelter Technik, wenn denn die aktuelle Blockade in den Köpfen von Kunden und Aktivisten überwunden könnte.

Zudem ist 12-Volt-Mildhybrid-Technik an Bord, die dank eines Generators beim Verzögern elektrische Energie in einem Akku speichert. Sie macht auch das „Segeln“ möglich. Dabei wird der Motor beim Lupfen des Gaspedals abgeschaltet und spart so Kraftstoff. Der Start-Stopp-Bereich beginnt schon bei 22 km/h. Das alles muss den Fahrer nicht kümmern, läuft stets automatisch im Hintergrund. Das gleiche gilt für den Quattro-Allradantrieb mit der noch jungen „Ultra“-Technik. Dabei sind stets die Vorderräder für das Fortkommen zuständig. Wenn die Sensoren ein drohendes Durchdrehen eines Rades erkennen, beteiligen zwei Kupplungen in Bruchteilen von Sekunden die Hinterachse am Antrieb. Das bewährt sich auf kurvenreichen Landstraßen oder auch beim Beschleunigen aus Biegungen heraus, wenn das bullige Drehmoment des Turbodiesels die Muskeln spielen lässt.

Das alles trägt zur Souveränität bei, die ein Audi wie der Q5 seinem Fahrer vermittelt. Ob im D-Zug-Tempo auf der Autobahn, dem gelassenen Gleiten übers Land oder auch dem alltäglichen Betrieb von Ampel zu Ampel. „Premium“ nennt sich das im Verkäufer-Jargon, laut Duden ein Produkt „von besonderer, bester Qualität“. Das soll dann auch den hohen Preis von mindestens 52.200 Euro für den Test-Audi rechtfertigen. Erwarten kann der Kunde Technik auf dem neuesten Stand. Wie zum Beispiel die OLED-Rückleuchten, ein Begriff der bislang vor allem von Flachbild-Fernsehern bekannt ist. Dabei sind in jeder Leuchte drei Dioden mit je sechs Segmenten integriert, die ein besonders homogenes Licht erzeugen. Beim Kauf kann unter drei Erscheinungsbildern des Rücklichts gewählt werden.

Die möglichen weiteren Extras des Sportbacks sind schon aus dem normalen SUV her bekannt. Luftfederung, fast alle bekannten Assistenzsysteme, penible Vernetzung mit der digitalen Umwelt (inklusive Alexa), Matrix-LED-Scheinwerfer und vieles mehr. Kein Problem also, weitere gut 20.000 Euro und mehr in seinem bestellten Audi unterzubringen. Und ganz ohne Mehrpreis liefern die Ingolstädter ein Kleid, dass die SUV-Fans ansprechen soll, die ihre Sportlichkeit demonstrieren wollen und dabei gerne rund 2.000 Euro mehr als für den normalen Q5 auszugeben bereit sind.

Peter Maahn/SP-X


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