Mal klassisch, mal elektrisch - 5 Filmautos im Kinojahr 2021

Elektro- oder Verbrenner? Diese die Autowelt spaltende Systemfrage spiegelte sich in diesem Jahr auch in einigen Kinoauftritten von Autos wider.

SP-X/Köln. Autos werden immer wieder in Hollywood-Blockbustern gezielt in Szene gesetzt. Das galt auch in mehreren Filmen, die dieses Jahr in die Kinos kamen. Wie im wahren Leben spielte dabei das Elektroauto eine zunehmend wichtige Rolle. Doch zugleich zeigte sich in der Filmwelt: Das Verbrenner-Auto gibt sich längst noch nicht geschlagen.

Im Mitte Dezember gestarteten Spider-Man-Streifen „No Way Home“ hat der koreanische Autokonzern Hyundai eine wichtige Neuheit in Szene setzen lassen. Da sich Helden und Bösewichte für ihren Endkampf ausgerechnet das Häusermeer von New York ausgesucht haben, werden im Rahmen der nicht ganz unerheblichen Kollateralschäden auch die Autos in den Straßen in Mitleidenschaft gezogen. In diesem Fall nicht ganz zufällig gehören dazu auch Hyundais. Zu sehen ist unter anderem, wie Spider-Man auf das Dach eines neuen Tucson springt. Rein elektrisch darf Spider-Man in einem Hyundai-Werbespot mit konkretem Filmbezug fahren. Als er sich aus einer Einöde auf den Weg ins rund 500 Kilometer entfernte New York macht, finden seine Spinnfäden aufgrund der fehlenden Wolkenkratzer keinen Halt und er muss zu Fuß gehen. Wie es der Zufall will, wird er dabei von einem Autofahrer mit einem Hyundai Ioniq 5 aufgegabelt. Werbeaussage des Spots: Für die lange Fahrt bietet der Stromer neben vielen Annehmlichkeiten außerdem genügend Reichweite. Eindeutig zweideutiges Motto außerdem: Mal eben kurz die Welt retten.

Mercedes, ähnlich wie Hyundai ein Vorreiter der E-Mobilität, setzt im Fall der um Weihnachten in die Kinos gestarteten Dystopie „The Matrix Resurrections“ jedoch auf eine alte Verbrenner-Ikone. Im Film ebnen Verbündete den Helden Neo und Trinity mit einem G 550 den Weg aus der Matrix. Klare Message hier: Mit einem G-Modell gibt es immer einen Ausweg. Neben der G-Klasse entscheiden in dem Fall jedoch in erster Linie unterschiedlich gefärbte Pillen darüber, ob man in der Matrix verbleibt (blau) oder sie verlässt (rot). Zur Filmpremiere am 18. Dezember in San Franzisco gab es deshalb „Eskapismus extrem“, denn in einer transparent roten und 12 Meter langen Riesenpille steckte ein Mercedes-AMG G 63. Ein furioses Flucht-Fanal.

Ebenfalls unter Einsatz von reichlich Benzin waren in diesem Kinojahr Autos von Aston Martin bei der Flucht vor Bösewichten behilflich. Die Rede ist natürlich vom Geheimagenten James Bond, der sich im jüngsten Streifen „Keine Zeit zum Sterben“ im Spannungsfeld zwischen Historie und Zukunft der traditionellen Sportwagenmarke Aston Martin bewegte. Immer wieder schön anzusehen und zugleich hinlänglich bekannt ist der mittlerweile obligatorische DB5 aus den 1960er-Jahren, der mal wieder einen Totalschaden erleiden muss. Außerdem war James Bond in einem Aston Martin V8 aus den 70er-Jahren unterwegs, während seine Kollegin Nomi ganz modern einen aktuellen DBS Superleggera fahren durfte. Eine Szene mit Symbolcharakter. Darüber hinaus hatte die nähere Zukunft von Aston Martin mit dem Hypercar Valhalla einen Cameo-Auftritt. Auch mit den vielen im Film gezeigten Jaguar- und Land-Rover-Modellen lag der Fokus zum vielleicht letzten Mal in einem 007-Streifen auf Autos mit Verbrennungsmotor.

Wenn auch nicht für die Kinos gedacht, hat Netflix den Streifen „Red Notice“ mit klassischem Blockbuster-Aufwand produziert. In einer kurzen und nach Meinung einiger Kritiker zudem besten Szene des Films ist ein rein elektrisch angetriebener Porsche Taycan zu sehen. Als der Protagonist John Hartley, gespielt von Dwayne Johnson, seinem per Mofa flüchtenden Gegenspieler verfolgen will, setzt er sich spontan in den Elektro-Sportwagen, um sich nach bereits wenigen Metern in einem VW T2 Eiswagen zu verkeilen. Der Gegenspieler kann mit Zweitakter-Rauchfahne im Schneckentempo entkommen. Ob die Szene symbolhaft für die Systemfrage „Verbrenner vs. E-Antrieb“ gemeint war, ist nicht überliefert. Fun Fact am Rande: Der nicht gerade schmächtige Dwayne Johnson soll Probleme gehabt haben, sich spontan hinter das Lenkrad des Taycan zu klemmen, was die Filmszene allerdings nicht zeigt.

Die beiden Welten Elektro- und Verbrenner-Antrieb trafen auch im Marvel-Film Shang-Chi aufeinander. Trotz des Titelzusatzes „The Legend of the Ten Rings“ waren jedoch keine Audis zu sehen. Vielmehr sponserte BMW mit dem iX3 sowie dem Luxus-Sportwagen M8 Competition die automobilen Hauptrollen. Letzterer ist schön anzusehen. Doch als wahres Heldenmobil fungierte der in Details sogar speziell für seinen Filmeinsatz neudesignte Elektro-SUV iX3.

Mario Hommen/SP-X


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