Open-Air-Stars für kleines Geld - günstige Cabrios für den Sommer

Ein Cabrio muss nicht teuer sein. Das Angebot an gebrauchten Modellen unterhalb von 10.000 Euro ist groß. Fünf Vorschläge.

SP-X/Köln. Cabrio-Fahren ist Luxus. Zumindest, wenn man sich einen der selten gewordenen Neuwagen zulegen will. Günstiger und vielfältiger ist das Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Fünf Open-Air-Stars für kleines Geld.  

Für die Stadt – Fiat 500C:

Mehr Freisitz als echtes Cabrio, aber für den Stadtverkehr ideal: Anders als größere Cabrios hat der Kleinstwagen Fiat 500C lediglich ein faltbares Sonnentop zu bieten, die feststehenden Dach- und Fensterholme trüben daher bei offener Fahrt das Freiluftvergnügen. Das Konzept bietet zwar wenig kühlende Zugluft, dafür allerdings gute Ein- und Ausblicke beim Cruisen auf dem Boulevard. Dort passt der Retro-Charmeur sowieso am besten hin, für die Langstrecke ist der Italiener eh zu klein. Die Preise des seit 2009 produzierten Viersitzers starten für Exemplare mit weniger als 100.000 Kilometer schon ab 5.000 Euro. In puncto Langzeitqualitäten gilt der in sehr vielen Leistungsstufen zwischen 51 kW/69 PS bis 140 kW/190 PS verfügbare Cinquecento laut TÜV-Report allerdings als nicht ganz unproblematisch.

Für Vier – Audi A4 Cabrio:  

Cabrios mit nominell vier Sitzplätzen gibt es einige. Echte Viersitzer, bei denen die Rückbank mehr ist als eine Gepäckablage, sind vergleichsweise selten und neu sehr teuer. Umso interessanter für Sparfüchse ist der zwischen 2006 und 2009 gebaute offene Audi A4, der auch heute optisch noch modern aussieht. Solide Technik und gute Verarbeitung sorgen bei dem Mittelklässler auch darüber hinaus für Frische. Schwachstelle dürfte mittlerweile bei vielen Modellen allerdings das Stoffverdeck sein, das nach anderthalb Jahrzehnten langsam an seine Haltbarkeitsgrenze kommt. Ersatz gibt es für zirka 4.000 Euro. Das ist etwas weniger, als für das Fahrzeug selbst hingelegt werden muss: Rund 4.500 Euro werden fällig, dann allerdings für Autos mit deutlich sechsstelliger Kilometerleistung.  

Für Puristen – Mazda MX-5:  

Wer sich beim Offenfahren wirklich den Wind um die Ohren tosen lassen will, der wählt einen Roadster. Einer der modernen Prototypen für die pure und prosaische Form des Cabrios ist der Mazda MX-5. Die zwischen 2005 und 2015 gebaute dritte Generation bietet alles, was sich Traditionalisten wünschen können: knackige Abmessungen, geringes Gewicht, niedriger Schwerpunkt, keinen Schnick-Schnack bei der Technik, ein Stoffverdeck (manuell) und einen munteren Saugbenziner (bis 118 kW/160 PS). Eine der wenigen Schwächen des Japaners ist Rost, zudem gibt es immer wieder schlecht getunte Modelle zu kaufen, von denen man lieber die Hände lässt. Die Preise starten bei rund 5.000 Euro.  

Für jedes Wetter – Peugeot 207 CC:  

So witterungsempfindlich wie früher sind Cabrios heute nicht mehr. Trotzdem hat ein festes Klappdach nicht nur im Winter Vorteile. Auch die Gefahr von Diebstahl oder Vandalismus ist geringer, wenn hartes Blech den Innenraum schützt. Vor allem im ersten Jahrzehnt des aktuellen Jahrtausends waren Stahldach-Cabrios daher ein Renner. Zu den beliebtesten zählte der Peugeot 207 CC, ein Kleinwagen mit freundlich-sportlicher Optik und ordentlichem Alltags-Nutzwert - zumindest für zwei Insassen. Das Angebot auf dem Gebrauchtmarkt ist groß, so dass das Finden eines gepflegten Exemplars kein Problem ist. Rund 4.000 Euro muss man für ein Fahrzeug mit fünfstelligem Tachostand einplanen, das für mehr als einen Sommer Spaß macht. Aber auch unter dieser Preisgrenze ist das Angebot groß, falls man eine flüchtige Beziehung riskieren will.   

Für Nostalgiker – Saab 9-3 Cabrio:  

Auch wenn unterm Blech des schwedischen Mittelklasse-Cabrios ein bürgerlicher Opel Vectra steckt, hat der zwischen 2003 und 2011 gebaute Viersitzer an einigen Stellen durchaus Premium-Flair zu bieten. Etwa mit seinem sehr soliden Verdeck. Oder der breiten Antriebspalette mit Vier- und Sechszylindern von bis zu 206 kW/280 PS und optionaler Allradtechnik. An dem Cabriolet zumindest hat es nicht gelegen, dass die Traditionsmarke schon fast ein Jahrzehnt nicht mehr existiert. Wer sich an alte Zeiten erinnern lassen will, kann das mittlerweile für kleines Geld tun. Ältere Baujahre gibt es bereits ab rund 2.000 Euro. 

Holger Holzer/SP-X

 


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