Rumstehen bekommt dem Wagen nicht - Pflege für das Corona-Auto

Corona fesselt nicht nur die Menschen ans Haus, sondern auch die Autos an die Garage. Dort sollte man ihnen das Rumstehen so leicht wie möglich machen.

SP-X/Köln. Durch Lockdown und Homeoffice-Regelungen stehen sich viele Autos in deutschen Garagen aktuell die Reifen eckig. Ein wenig Pflege hält die Fahrzeuge fit für die Zeit nach Corona. Und bringt ein wenig Abwechslung in den Alltag. Fünf Tipps.  

Batterie nachladen:  

Während langer Standphasen kann sich die Starterbatterie entladen. Gerade ältere Exemplare sollten daher gelegentlich aufgeladen werden. Am besten durch ein externes Ladegerät, alternativ durch eine längere Tour. Das Laufenlassen im Stand ist keine Option. Bei neueren Autos sollte die Batterie ohne weiteres auch längere Standzeiten überstehen. Ein Nachladen ist hier aufwendig und oft nur in der Werkstatt möglich, da nach dem Abklemmen der Batterie die Fahrzeugelektronik neu angelernt werden muss.  

Bremsrost vermeiden:

Leichter Flugrost auf den Bremsscheiben ist kein Problem. Bei der nächsten Fahrt schleifen die Bremsbeläge den roten Dunst schnell weg. Steht ein Auto aber über längere Zeit im Regen, kann eine dicke Korrosionsschicht entstehen - Beläge rosten dann an den Scheiben fest, wie der Gesamtverband des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) warnt. Dabei bilden sich Rostnarben im Gusseisen, die nicht wieder verschwinden und beim Bremsen zum Ruckeln führen, im schlimmsten Fall den Austausch der Scheiben und Beläge nötig machen. Dagegen hilft nur, das Auto bei anhaltend feuchter Witterung mindestens einmal pro Woche ein längeres Stück von etwa 20 Kilometern zu bewegen. Oder zum Abstellen eine Garage zu nutzen. Bei Parken sollte man nach Möglichkeit nicht die Handbremse ziehen; da diese sonst festrosten kann.  

Kurzstrecken scheuen:  

Langes Stehen bekommt dem Auto nicht. Kurzstrecken sind aber noch schlechter für die Technik. Zum Brötchenholen geht man also besser zu Fuß. Wer fährt, sollte lieber größere Entfernungen zurücklegen. Nicht zuletzt, um das schon kurz nach dem Start entstehende Kondenswasser in Motor und Abgassystem verdunsten zu lassen. Dafür muss das Auto auf Temperatur kommen, wofür eine längere Fahrt außerorts nötig ist.  

Einen ruhigen Parkplatz suchen:  

Am besten steht das ungenutzte Auto natürlich in der trockenen Garage. Wer keine hat, sollte bevorzugt in einer ruhigen Seitenstraße parken. An viel befahrenen Abschnitten leidet vor allem im Winter der Lack, weil der Verkehr Split und Streusalz hochschleudert. Der Außenhaut des Autos hilft auch eine gelegentliche Reinigung, gerade nach der saisonalen Streusalz-Periode lohnt ein Besuch in der Wachsstraße.  

Winterdiesel einfüllen:  

Wer sein Auto schon längere Zeit nicht viel nutzt, hat möglicherweise noch keinen Winterdiesel getankt. Spätestens ab Mitte November wird bundesweit ausschließlich der frostfeste Sprit verkauft, der Temperaturen bis mindestens 20 Grad unter null vertragen soll. Spezielle Zusätze verhindern das Ausflocken von Paraffinkristallen bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius. Diese könnten ansonsten Kraftstofffilter und Einspritzanlage verkleben, so dass der Motor nicht arbeitet. Wer mit zu viel Sommerdiesel im Tank vom Frost überrascht wird, kann nur warten und das Auto „auftauen“ lassen. 

Holger Holzer/SP-X


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