Schnell weg mit dem Fliegendreck - Autopflege im Sommer

Wer im Sommer Auto fährt, hat schnell die Überreste von Insekten auf der Windschutzscheibe. Deren Spuren sollten möglichst schnell beseitigt werden.

SP-X/Köln. Nach einigen ziemlich insektenfreien Jahren sind die Kleintiere glücklicherweise vielerorts nun wieder zurück. Mit ihnen allerdings auch die sommerlich schmutzigen Windschutzscheiben und Fahrzeugfronten. Die sterblichen Überreste der kleinen Flugtiere sollten möglichst schnell und sorgfältig entfernt werden, um eingeschränkte Sicht und langfristige Lackschäden zu vermeiden.

Frische Verschmutzungen auf der Windschutzscheibe lassen sich relativ leicht entfernen – vorausgesetzt, man hat den richtigen Wischwasser-Zusatz. Den gibt es nämlich in einer Winter- und einer Sommer-Edition. Während ersterer vor allem Frostschutz bietet, hat letzterer einen Reinigungsformel für die typischen Verschmutzungen in der warmen Jahreszeit. Neben Baumharz sind das vor allem Insektenreste, gegen die eiweißlösende Zusätze helfen sollen. Bei der Wahl des richtigen Scheibenreinigers ist es grundsätzlich egal, ob der Kunde sich für ein Fertigprodukt oder für ein Konzentrat entscheidet. Wichtiger ist, dass der Reiniger ein Prüfsiegel trägt – denn ungeeignete Mittel können Lack und Gummidichtungen angreifen oder Spannungsrisse an Scheinwerfern verursachen. Wenn man ein Konzentrat kauft, sollte auf das richtige Mischverhältnis geachtet werden, das meist bei 1:100 liegt. Außerdem ist es empfehlenswert, immer eine Nachfüllflasche im Auto zu haben, falls das Wischwasser während der Fahrt knapp wird.

Neben dem richtigen Reinigungsmittel sind auch gute Wischergummis wichtig. Die verschleißen in insektenreichen Sommern schnell, weil das harte Chitin der Panzer sogenannte Mikro-Scharten in die Gummilippen reißt. Grundsätzlich ist es ratsam, konventionelle Wischblätter einmal pro Jahr zu wechseln, Flatblades alle zwei Jahre. Insofern könnte vor einer geplanten längeren Tour der richtige Zeitpunkt für neue Wischblätter sein. Ist man bereits unterwegs, kann aber auch schon eine Reinigung der Wischblätter mit Nagelbürste, Wasser und gegebenenfalls Autoshampoo für ein besseres Wischbild sorgen.

Sind die Insektenreste nach einer längeren Autofahrt schon zu stark angetrocknet, reicht allerdings auch der beste Scheibenreiniger nicht mehr. Dann hilft nur noch der Griff zum Schwamm und etwas Handarbeit. Das gilt auch für die Verschmutzungen auf dem Lack, denen man am besten mit speziellen Insektenentfernern zu Leibe rückt. Diese sollten möglichst dickflüssig sein, damit sie beim Einweichen an der betroffenen Stelle haften. Wer auf Chemie verzichten will, kann ein feuchtes Papierküchentuch auflegen, nach einer kurzen Einweichzeit lassen sich die Insekten dann leicht entfernen.

Sind die Nummernschilder verschmutzt, kommt als Hausmittel Rasierschaum zum Einsatz. Nach einer kurzen Einweichzeit wird das Kennzeichen mit einem weichen Schwamm abgewischt. Generell nicht empfehlenswert ist das Behandeln mit harten Insektenschwämmen; sie können Lack und Scheiben zerkratzen und beim Nummernschild HU- und Zulassungsplakette zerstören.

Holger Holzer/SP-X


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