Verdrängungswettbewerb bei Skoda - Modellausblick bei Skoda

Bis 2026 will die tschechische Volkswagen-Tochter drei weitere E-Modelle auf den Markt bringen. Welche konventionellen Verbrenner dabei auf der Strecke bleiben, hängt unter anderem auch von der Euro-7-Abgasnorm ab.

SP-X/Mlada Boleslav. Der Werdegang von Skoda seit Einverleibung in den Volkswagen-Konzern vor über 20 Jahren ist hinreichend bekannt. Vergleichbare Erfolgsstorys sind in der Branche selten zu finden. Durch die Bank liefert Skoda viel Auto fürs Geld, in guter Qualität, ansprechendem Design und mit cleverem Package. Viele Menschen fahren heute Skoda, die zuvor nie etwas mit der tschechischen Marke am Hut hatten.

Eine besonders hohe Eroberungsrate ging mit der E-Mobilität einher. Das Mittelklasse-SUV Enyaq, seit Frühjahr 2021 auf dem Markt, gilt im Segment als bester Kauf. Man kann getrost davon ausgehen, dass die Skoda-Strategen auch mit künftigen Stromern reichlich neue Kunden zur Marke holen. Bis jedoch das nächste Elektroauto sein Debüt feiert, bleibt etwas Leerlauf. Erst 2024 kommt ein SUV unterhalb des Enyaq. Ob der zurzeit kursierende Name Elroq – so hieß einst die Studie – fürs Serienmodell übernommen wird, ist offen. Als sicher gilt dagegen, dass Skoda sein neues Kompakt-SUV (Länge: knapp 4,40 Meter) auf eine verkürzte MEB-Architektur stellt. Den knackigen Proportionen dürfte dies auf jeden Fall zuträglich sein. Auf der Strecke hingegen könnte dabei der Karoq bleiben. Seine Ablösung stünde eigentlich 2024 an. Doch abhängig von der Schärfe der Euro-7-Abgasregeln kann es sein, dass Skoda den Karoq entweder einstellt oder aber das Modell über den normalen Lebenszyklus so lange wie möglich weiterlaufen lässt.

Der Elroq wird das erste Modell sein, das mit dem neuen Marken-Logo herumfährt. Künftig fehlt das runde Bild-Emblem auf der Haube. Stattdessen gibt es nur noch einen großen Skoda-Schriftzug, in dessen S der tschechische Winkelakzent Hatschek integriert wurde. Auch die Front hat Skoda gegenüber dem ersten Entwurf nochmals überarbeitet, mit Design-Elementen der Studie Vision 7S, die vor wenigen Wochen präsentiert wurde. Sie ist mit ihren fünf Metern und sieben Sitzen oberhalb des Kodiaq positioniert. Der Vision 7S wird das spätere SUV-Flaggschiff der Marke und kommt 2026 auf den Markt. Es bekommt die größte Batterie (89 kWh) im Line-up und soll mit einer Füllung über 600 Kilometer schaffen. Ein Name für das Maxi-SUV steht noch aus, es dürfte aber erneut einer sein, der mit E beginnt und q endet.

Zuvor jedoch wird Skoda am unteren Ende seiner Elektro-Skala tätig. Für spätestens 2025 steht ein Einstiegs-Stromer auf dem Plan, basierend auf einer vereinfachten MEB-Plattform mit weniger Batterieinhalt und ausschließlich Frontantrieb. Die Entwicklung dieses Entry-MEB übernimmt Seat/Cupra in Martorell/Spanien. Als größte Herausforderung gilt, die Kosten im Rahmen zu halten. Skoda möchte das Modell, das mehr zu einem Crossover als zu einem klassischen Hatchback-Kleinwagen tendiert, zum Einstiegspreis von 20.000 Euro anbieten.

Ob der elektrische Kompaktwagen vorzeitig den Fabia – die nächste (fünfte) Generation wäre 2028 dran – verdrängt, ist längst nicht ausgemacht und hängt ebenfalls von Euro 7 ab. Der neue Vorstandschef Klaus Zellmer betonte jedoch unlängst, es „könnte weiterhin einen konventionellen Fabia geben“. Ohne ein solches Modell würde Skoda zu viele Kunden verlieren, die ein günstiges wie gutes Einstiegsmodell benötigen und sich ein Elektroauto in dieser Klasse nicht leisten können oder wollen. Ein ähnliches Gedankenspiel lässt sich mit den Modellen Kamiq und Scala (neue Generationen kommen zirka 2026) anstellen. Nur wenn die Abgasgesetze nicht zu einschneidend sind, haben Kleinwagen eine Überlebenschance.

Konventionell geht es bei den Tschechen zunächst im Herbst 2023 mit der nächsten Generation des Kodiaq weiter. Das Mittelklasse-SUV bleibt seinen Linien und auch seinen Kunden treu, die viel Wert auf Platz und Vielseitigkeit legen. Antriebsmäßig kommen Diesel, Benziner und die neue, dann letzte Plug-in-Hybrid-Generation des Volkswagen-Konzerns zum Einsatz. Damit sollen elektrische Reichweiten von über 80 Kilometer möglich sein.

Im selben Jahr steht noch die Ablösung des Superb auf dem Programm. Die Limousine wird es weiterhin als Limousine und als „Combi“ sowie mit konventionellen Motoren und mit Plug-in-Hybrid geben. Gleiches gilt für das Kernmodell der Marke, der Octavia. Er wird Anfang 2024 ein Facelift erhalten. Mit einem Nachfolger ist frühestens Ende 2026 zu rechnen.

Michael Specht/SP-X


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